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Interview (anläßlich des Amoklaufs von Winnenden 2009) mit dem Sozial- und Gesundheitswissenschaftler Klaus Hurrelmann.
Bitte auf das Bild oben klicken, dann öffnet sich das gesamte Interview im pdf.
Quelle: Berliner Morgenpost, Montag, 16. März 2009

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Ich habe ewig nach diesem Interview gesucht, das ich im März 2009 las. Es ist mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Stichwort "flexibles Männerbild" und seine Auswirkungen auf die jungen Männer.
Ich finde daran machen sich bereits die ersten schädlichen Auswirkungen von Gender Mainstreaming bemerkbar! Natürlich spielen in die Entstehung eines Amoklaufs auch noch andere Elemente mit hinein. Aber dies sollte uns doch aufhorchen lassen bezüglich Genderismus/Gender Mainstreaming!

Wann können die Geschlechter endlich in FRIEDEN zusammenleben?
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Berliner Morgenpost: Amokläufer sind immer männlich. Reagieren Jungen anders auf den Druck?

Klaus Hurrelmann: Besonders bei jungen Männern ist seit etwa zehn Jahren zu beobachten, dass sie sich in Bezug auf ihre Rolle als Mann unsicher sind. Mit dem traditionellen Männerbild kommen sie nicht mehr weiter. Das führt schnell zu Frust. Junge Männer geben in schwierigen Situationen häufig schnell auf - auch wenn sie ihre Fähigkeiten sehr hoch einschätzen. Sie entfliehen dem Druck in eine Welt, in der sie Herr der Lage sind und ihre eigenen Gesetze erschaffen. Computerspiele sind eine Möglichkeit, aber auch die Flucht in Alkohol.

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Berliner Morgenpost: Was können wir tun, um Amokläufe in Zukunft zu verhindern?

Klaus Hurrelmann: Ein Amoklauf lässt sich nicht hundertprozentig verhindern. In einer Gesellschaft, in der jeder Einzelne ein hohes Maß an Freiheit hat, kämpfen viele Menschen gegen soziale Isolation. Ohne Fürsorge, ohne Unterstützung laufen die Jugendlichen ins Leere. Ihre Probleme werden nicht wahrgenommen, da die soziale Kontrolle fehlt. Nicht nur die Schule ist in der Pflicht, etwas zu verändern. Jeder, der einen gesunden Maßstab für Normalität und Mitgefühl hat, kann helfen, indem er bei einer Vermutung, etwas könne nicht stimmen, einen Draht aufbaut und den Verdacht meldet. In den USA können solche Signale anonym per SMS gemeldet werden, Psychologen prüfen dann die Ernsthaftigkeit der Nachricht, um Rufmord vorzubeugen. Auch eine Debatte über das moderne, flexible Männerbild könnte Jungen wie Tim K. letztlich mehr Sicherheit geben.
 
weiterführender Link: www.morgenpost.de/printarchiv/politik/article1055425/Taeter_senden_immer_Signale_aus.html
 
hochgeladen von:
Little Eddy
am: 18.10.2009
um: 10:55:19
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Zusammenhang Gender Mainstreaming - Amokläufe
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