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„Ich würde alles genauso wieder machen”

Traurig und niedergeschlagen verlassen Marie und Florian* die Praxis. Wie soll es jetzt weitergehen? Marie ist schwanger und freut sich auf das Kind, doch vor ein paar Minuten wurde ihnen mitgeteilt, was die Untersuchung des Fruchtwassers ergeben hat: Spina bifida (angeborener offener Rücken) mit der Entwicklungsstörung Trisomie 18. Ihre erste Reaktion: völlige Verzweiflung und Hilflosigkeit. Warum ausgerechnet mein Kind? Fragt sie sich.
Spina bifida ist durch zahlreiche Operationen behandelbar, den Kindern stehen zwar lange Krankenhausaufenthalte bevor, doch hinterher leben sie größtenteils wie selbstverständlich mit ihrer Beeinträchtigung. Trisomie 18 ist hier das grundlegende Problem. Sie ist nicht behandelbar und wird das Leben ihres Kindes deutlich verkürzen. Es kann sogar sein, daß es schon während der Schwangerschaft oder der Geburt stirbt. Können Eltern so eine Herausforderung annehmen? Haben sie die Einstellung, daß sie das Kind nicht aussuchen können?

Wenige Tage nach dem Arztbesuch suchen Marie und Florian eine Beratungsstelle auf. Abtreiben wollen sie nicht, sind sich aber unsicher, ob sie dieser Herausforderung gewachsen sind. Schließlich haben sie zwei Kinder im Alter von drei und sechs Jahren. Die Beraterin erklärt, daß Eltern behinderter Kinder nicht allein gelassen werden, sondern ein umfangreiches Betreuungsangebot der Familie einen liebevollen Umgang mit ihrem Kind ermöglichen soll. In diesem Angebot sind klinische Versorgung, ambulanter Kinderpflegedienst oder Vermittlung in ein Kinderhospiz, sowie Sterbe- und Trauerbegleitung für Eltern und Angehörige enthalten.

Nach einigen Terminen entscheidet sich das Ehepaar überzeugt für sein Kind. Es soll schonend geboren werden – per Kaiserschnitt - und alle Möglichkeiten bekommen, um sein kurzes Leben schmerzfrei führen zu können.
Timo kommt im August 2009 zur Welt und verläßt sie bereits nach zwei Tagen wieder.
Bevor Timo beerdigt wird, darf er in seinem Körbchen nach Hause. Seine Familie möchte ihn einmal in ihrer Mitte haben. Marie und Florian haben ihre Kinder darauf vorbereitet, daß Timo nicht lange bei ihnen bleiben wird.
Vor der endgültigen Verabschiedung von zuhause bekommt Timo Geschenke von
seiner Familie: ein selbstgeschnitztes Holzschwert von Florian, einen Teddybär
mit Mama-Duft von Marie, Spielzeug von seinen Geschwistern.
„Es ist sehr schwer. Wir hätten gern mehr Zeit mit ihm gehabt.“ sagt Marie bei einem ihrer
nächsten Termine in der Beratungsstelle. „Doch ich würde alles genauso wieder machen.“ Die Familie nimmt das Betreuungsangebot der Beratungsstelle in Anspruch und hat regelmäßig Termine mit Beratern und Psychologen. Abends gehen alle Familienmitglieder zum Grab und besuchen Timo. Sie zünden Kerzen an und singen für ihn. Die Erinnerung tut immer noch weh. Doch sie verbindet umso mehr mit dem Kind. „Ich bin so froh, daß ich mich für mein Kind entschieden habe.“ (März 2010)

* Namen wurden aus Diskretionsgründen geändert.
„Der Stiftungsbrief – Informationen der Stiftung Ja zum Leben“ ist das Mitteilungsblatt
der Stiftung Ja zum Leben für ihre Freunde und Förderer.
E-Mail: info@ja-zum-leben.de, info@Tim-lebt.de, info@kultur-des-lebens.de
Internet: www.ja-zum-leben.de, www.Tim-lebt.de, www.kultur-des-lebens.de,www.stoppt-pid-und-klonen.de
Für den Inhalt verantwortlich: Johanna Gräfin von Westphalen
 
weiterführender Link: www.Tim-lebt.de
Kontakt-Email: info@Tim-lebt.de
 
hochgeladen von:
loveshalom
am: 13.03.2010
um: 21:56:45
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Ja zu einem besonderen Kind
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