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Die heutigen Missbrauchsvorwürfe der dt. Medien gegen Bischof Mixa haben mich –wie wohl manche- fast vom Hocker geworfen.
Man sitzt nur da und denkt: „was ist jetzt los?“
Beim Reinlesen in die weltlichen Medien sind schlau geschriebene, aber vorverurteilende Berichte zu lesen.
Einer schreibt`s (SZ), die andern schreibens (mit ihrer jeweiligen „Duftmarke“) ab.
Von ZDF bis Bayern3, alle im Einheitskleid.

Ich kenne (zum Glück) die Zeit, besser: einige Jahrzehnte, OHNE Internet.
Es hat sich Einiges getan in den modernen Zeiten: blitzschnell werden Nachrichten über die Welt verbreitet, und das ist auch gut so: wie sollten wir sonst über die blutige Niederschlagung von Protesten, zB in China, erfahren?

Die Schattenseite jedoch ist die –zahlenmäßig um ein Vielfaches- Verbreitung von Halbwahrheiten, Lügen, Vorurteilen und Verschwörungstheorien.

Und eine gnadenlose „Gleichschaltung“ der Meldungen und damit auch der „öffentlichen Meinung“ bzw. der „veröffentlichten Meinung“, wie es etwas kritischer heißt.

Die Vorwürfe gegen Bischof Mixa werden –auch nach seinem Wunsch- geklärt werden.
Nur, dass für Katholiken in diesen Zeiten –anders als bei fast allen anderen- die Unschulds-Vermutung nicht mehr gilt!

Sogar wenn ihm nichts nachgewiesen werden könnte, er ist –spätestens heute- „öffentlich hingerichtet“.

Diese Macht der Medien war –zumindest im Nachkriegsdeutschland- noch nie so stark und auch offensichtlich.

Kommentare der „Frontzeitungen“ verdeutlichen: das Volk wird aufgeheizt, und nicht Wenige fordern gleich, „die Kirche abzuschaffen“.

„Man müsste jetzt nur noch dem Papst selbst einen Missbrauch nachweisen“, dann „wärs das gewesen“.

So in etwa funktioniert das System des „Vaters der Lüge“, aber der wurde ja –von Vielen in der Kirche selbst- abgeschafft.

Das ist nun in der Auswirkung nicht zu vergleichen, zum großen Glück. Keine Priester werden gejagt.
Aber der Mechanismus ist in etwa derselbe, wie ihn Adolf Hitler (nach Marthe Robin nicht der Teufel selbst, aber ein Abbild dessen) gegen die Juden benutzt hat:

Es waren ja Menschen. Wer konnte die „Transformation“ zum Untermenschen, später dann zum Unmenschen vollbringen?

Nicht die Tat, nein, das WORT. Die Propaganda. Ein paar Jahre lang, dann waren diese armen Mitbürger „aufbereite“ für den Gang in die Gaskammern.

Das soll nicht als Anklageverbot gegen Priester verstanden werden, die Verbrechen begangen haben, ganz allgemein gesagt.

Aber die Rechtsprechung war doch in der Demokratie immer noch in den Händen der Justiz, und nicht des „Pöbels“, wie ihn die Online-Zeitung „Die WELT“ zB seit Jahren in ihren Kommentar-Foren „heranzieht“. Nicht umsonst schrieb ich vor Wochen deswg eine Beschwerde an den Dt. Presserat.

Nun bin ich jemand, der das „Heil“ nicht in der Zeit vor dem 2. Vaticanum sieht, dazu bin ich zu jung.

Die Welt hat sich weitergedreht, und schon immer wurde nach der „guten alten Zeit“ gerufen, weil man nach den vielen Jahren nur noch das Angenehme in Erinnerung hatte (oder behalten wollte).

Diese „gute alte Zeit“ hab ich 1968 als Ministrant noch miterlebt, als der Herr Hochwürden Geistl. Rat die Ministranten abfotzte, wenn sie was falsch gemacht hatten. Dabei war es seine Schussverletzung am Kopf, als WK I-Teilnehmer, die ihm wohl dermaßen Kopfschmerzen bereitete, dass er sich abreagieren musste.
Als er starb, waren wir begeistert von den jungen Kaplänen. Einer sagte nach 1 Jahr: „Das ist heute meine letzte Messe, ich habe eine Frau gefunden und heirate. Deswegen kann ich kein Priester mehr sein.“

Das wurde akzeptiert.
Mein Bruder war 1 Jahr länger beim „alten Herrn“, musste noch den lateinischen Ritus sprechen und war so „fertig“ mit der „alten“ Kirche, dass er sich mit 14 eine Glatze schneiden ließ, um nicht mehr in die Kirche gehen zu müssen. Seine Bibel war fortan die von Karl Marx.

Soweit ein paar eigene Eindrücke von den „guten alten Zeiten“. Sicher gibt es auch angenehmere.

Ich beschreibe deswegen einen Bogen von über 40 Jahren, um die langjährige Tendenz aufzuzeigen, abseits der Tagesaktualität um Bischof Mixa.

Seit Ende der 60er Jahre erlebte ich, wie die Kirche langsam aber stetig aus dem öffentlichen Leben verschwand.
Damals gingen viele Kirchgänger im Dorf noch „aus Pflicht“ in die Sonntagsmesse, und sie stützten sich mehr oder weniger an der Kirchenbank ab, wenn sie Samstag Nacht zu lange in der Wirtschaft waren.

Jahre später wurden dann die Kirchenbänke leerer, weil dieser „Zwang“ nicht mehr öffentlich war.

Im Lauf dieser 40 Jahre waren die ehrlichen Kirchgänger bereits eine Minderheit, und die Kirche wurde –im wörtlichen Sinne- „links liegen gelassen“.

Sie wurde nicht (mehr) wirklich beachtet in Politik und öffentlichem Leben, aber –und das ist der Unterschied zu heute- auch nicht stark angegriffen. Sie wurde BELÄCHELT.

Und das ist für micht der qualitative Unterschied zur heutigen Zeit, die m.E. ungefähr mit den Angriffen auf BXVI letztes Jahr in der „Williamson“-Affäre begann. Da ungefähr begann die „Treibjagd“.

In meinem Empfinden habe ich das –im Vgl. zu den 4 Jahrzehnten davor“ als ERDRUTSCH wahrgenommen.

Wir sind wieder näher an den Zeiten, wo sich Christen heimlich in ihren Häusern trafen.

Und wir haben keine Exorzisten mehr in den deutschsprachigen Ländern.

Tag und Nacht hätten sie zu tun, aber es geht alles seinen Weg. Nicht den Mt 7, 13+14, sondern die breite Straße runter, wo wir die toten Fische an uns vorbeischwimmen sehen.

Das hab ich jetzt mal schnell runtergeschrieben, und vielleicht hilft es dem (der) einen oder anderen, sich zu orientieren.

Pers. Erleben und pers. Meinung, nicht mehr – und nicht weniger. Inventur 2010.

Fehlt uns ein Franz von Assisi? Der keinen Respekt vor dem Geld hat (Kirchensteuer), sondern nur vor seinem Herrn und Gott?

Bild: Christus in Assisi. PB 06/2007
Musik: Drifting (on a sea of forgotten teardrops), JH

Unter Deinen Schirm und Schild fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin.
Auf das wir würdig werden der Verheißungen Christi.Amen.




edit 18.5.2010 ähnliche Gedanken dazu finde ich im Vatican-Magazin 05-2010 in Albert Christian Sellners Artikel "Wider die Treibjagd der Medien! Ein Manifest"
(Wenn die Kirche vor der Mediokratie kapituliert, droht ihr der Untergang)
http://www.vatican-magazin.de/archiv/2010/5-2010/editorial_0510.pdf

eines der wenigen deutschsprachigen Blätter das nicht vom Zeitgeist angefressen ist und daher sich grade mal so selbst finanziert durch Verkauf.
deswg meine Werbung, die ich sonst nicht mache:
lest, lest! kauft, kauft!
so manche Ausgabe liest Benedikt selbst :-)
 
weiterführender Link: www.kathtube.com/player.php?id=8065
 
hochgeladen von:
kreuz
am: 07.05.2010
um: 21:49:42
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Inventur 2010
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