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An meinem freien Wochenende alarmiert mein Funkmeldeempfänger (Piepser) der ehrenamtlichen Schnellen-Einsatzgruppe (SEG) mit dem Einsatzstichwort: "Massenschlägerei, mehrere Verletzte"

Zu Hause in die persönliche Schutzausrüstung, zum privat PKW und auf zur Katastrophenschutz-Halle.

Dort, da ich ziemlich nahe an dieser Halle wohne, als einer der Ersten aufgeschlagen. Vom Einsatzleiter wurde mir mitgeteilt dass es im Rahmen eines dritt Liga Spieles der Fußballbundesliga in einer Stadt des Landkreises (20 km entfernt) zu einer Massenschlägerei zwischen Fußball-Hooligans und der Polizei gekommen ist. Momentan gibt es 9 Verletzte, Tendenz steigend.

Also die Katastrophenschutz-Fahrzeuge aus der Halle fahren und im Konvoi Richtung Einsatzort.

Inzwischen haben die Randalierer die Absperrungen gestürmt, viele haben sich dabei Verletzungen zugezogen. Danach folgte eine Auseinandersetzung mit der Polizei, wobei es zu einem massiven Einstatz von CS-Gas (Tränengas) kam.

Bei unserem Eintreffen versorgten wir Polizisten wie Randalierer oder durch Zufall in die CS-Wolke geratene Zuschauer gleichermaßen. Ohne Wertung und Schuldzuweisung nur dem Gebot der neutralen Hilfe verpflichtet. Natürlich ist man instinktiv verleitet zuerst und generell nur den unbeteiligten Opfern zu helfen, und die vermeintlichen Randalierer zu ignorieren.

Aber 1. Habe ich nicht die Zeit mir Gedanken zu machen ob der Verletzte jetzt Täter oder Opfer ist. Obwohl es durchaus manchmal schwer fällt sich nicht von niederen Instinkten verleiten zu lassen.

2. Könnte mich mein Verdacht auch täuschen.

3. Behandlen wir jeden Patienten nur nach dem jeweiligen Dringlichkeitsgrad seiner Verletzung/Erkrankung.

Nach circa 4 Stunden, und ziemlich abgekämpft konnten wir wieder einrücken und uns Einsatzklar für das Nächste mal melden.
 
 
hochgeladen von:
DieLiga
am: 09.05.2010
um: 01:34:00
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Massenschlägerei
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