WerbungWerbungWerbung
 
Vom: 16. März 2011



Menschen mit einem schärferen Gefühl für die Zeichen der Zeit haben in der Botschaft der Gospa vom Frieden, in ihrem Ruf zur Umkehr durch die Erneuerung des Gebetslebens, durch Fasten und Buße die Antwort auf die Bedürfnisse der Kirche und der Welt am Ende des 20. Jahrhunderts erkannt. Während zahlreiche Theologen die Krise der Kirche, die schon damals, Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts, offensichtlich war, nur mit unzulänglicher Entschiedenheit erklärten, dass die Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils nicht ins Leben umgesetzt werden oder mit der Angst, dass sich die Kirche der zeitgenössischen Welt entschiedener öffnen sollte, haben jene mit etwas mehr prophetischem Geist und mit etwas mehr Mut auf die Gefahren der immer stärkeren Säkularisierung und des immer stärkeren Eindringens des Weltgeistes in die Kirche mit dem Finger gezeigt. Und die Folgen davon waren der immer stärkerer Verlust des Gefühls für das Heilige und damit verbunden die Schwächung des Glaubens und der Moral. Diese Tendenz ist heute auch für den größten Skeptiker offensichtlich. Anstelle einer lebendigen Glaubensgemeinschaft, die Zeugnis gibt und das Evangelium verkündet, hat sich die Kirche immer mehr in einen Club des debattierens verwandelt und sich mit Themen beschäftigt, die in den eigenen Reihen Spaltung schufen und das missionarische Feuer schwächten.
Auf der anderen Seite befand sich in der Zeit zu Beginn der Erscheinungen die ganze Welt vor großen gesellschaftlich-politischen Umwälzungen. Die Krise des gottlosen kommunistisch-politischen Systems und damit verbunden auch die Krise einer großen Zahl multinationaler Staatsgebilde waren offensichtlich. Die Auflösung konnte man damals noch nicht vorhersehen, aber die Angst in den Menschen wuchs immer mehr. Viele haben auch eine Tragödie weltweiten Ausmaßes nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig damit begann sich auch der islamische Fundamentalismus zu melden, der von der wahnsinnigen Idee getragen war, dass im 21. Jahrhundert der Islam zur Weltherrschaft gelangen wird. Dadurch kam es bald zur Drohung des Terrorismus von weltweitem Ausmaß, der das Weltbild im Großen bald veränderte. Der Weltfriede war nie zuvor dermaßen bedroht. Das zeichenhafte Hervortreten des Terrorismus auf der Weltbühne war nach der Überzeugung vieler das Attentat auf Papst Johannes Paul II. am Petersplatz, das die ganze Welt entsetzte. Den Papst erlebten der Kommunismus und der islamische Fundamentalismus wegen seines Dienstes als Stellvertreter Christi, noch mehr aber wegen seines prophetischen Lebensstils als unversöhnlichen Feind und deshalb wurde er das Ziel des bis heute ungenügend aufgeklärten Attentats. Die Flugzeugentführung und die selbstmörderische Zerstörung der Türme von New York zwanzig Jahre später haben die Augen auch jener geöffnet, die nicht glauben konnten, dass der Hass so weit gehen kann. Nicht selten sagt man, dass nach dem 11. September 2001 nichts mehr so war wie davor.
Neben diesen so augenscheinlichen globalen Bedrohungen des Weltfriedens waren die Phänomene, welche die menschliche Gesellschaft von innen zersetzen, nicht weniger gefährlich. Ein immer größerer Materialismus brachte logischerweise einen unsichtbaren Hedonismus zur Welt, das Bedürfnis nach einem immer größeren Genuss des Lebens ohne irgendwelche moralische Beschränkungen. Und der Preis eines solchen Lebens sind verschiedene früher unbekannte Formen der Abhängigkeit, die nicht selten in der direkten Vernichtung des menschlichen Lebens enden. Und das Auftreten von bis dahin unbekannten Krankheiten wie Aids und ähnlichem. So sah in den Hauptumrissen das Bild der Welt aus, in der Gott immer mehr seinen Platz verlor und eine immer unbedeutendere Rolle im Leben der Menschen spielte. Das Christentum war wahrscheinlich von seinem Anfang an nie mit so starken und vereinten Herausforderungen konfrontiert, auf die man antworten musste.
Heute ist es völlig klar, dass man keine Kraft für eine solche Antwort hatte. Die Kirche verlor, indem sie sich immer mehr mit nebensächlichen Fragen, mit ständigem organisieren und reorganisieren, mit Diskussionen und Polemiken beschäftigte, immer mehr die Kraft für ihre Sendung in der Welt. Während jahrhundertelang aus Westeuropa zahlreiche Missionare in alle Teile der Welt gesandt wurden, hatte diese westeuropäische Kirche Ende des 20. Jahrhunderts keine Kraft oder keinen Willen mehr, den geschichtlichen Kairos zu nützen und die osteuropäischen Länder nach dem Fall des Kommunismus zu evangelisieren. Die Völker dürsteten nach dem andauernden atheistischen Dunkel eines halben Jahrhunderts nach dem Evangelium, aber es war niemand da, der es verkündet hätte. Stattdessen kam die ganze moralische Not des Klerus an die Oberfläche, die das Ansehen der Welt in den Augen der Nichtchristen bald ernsthaft aufwühlte. Medjugorje kam als Antwort auf dieses Zeichen der Zeit und es ist wichtig, dass wir es in diesem Zusammenhang betrachten.
Wenn wir mit dieser Erfahrung heute die Botschaft lesen, welche die Gospa durch Vermittlung der Seherin Marija Pavlovic auf die Frage einiger Priester, was sie den Priestern sagen möchte, gab, wird auch dem letzten Zweifler klar werden, welch eine prophetische Einladung das war: „Ich bitte euch: ladet alle zum Rosenkranzgebet ein! Mit dem Rosenkranz werdet ihr alles Unheil überwinden, das der Satan jetzt in die katholische Kirche hineinbringen möchte. Priester, betet alle den Rosenkranz! Weiht eure Zeit dem Rosenkranzgebet!“ (25.6.1985).
Es wäre heute interessant, mit der Erfahrung all dessen, was später in der Kirche und in der Welt geschehen ist, zu wissen, zu wie vielen Priestern diese Botschaft überhaupt gelangt ist. Und noch interessanter wäre, wie viel sie ernst genommen haben. Und trotzdem war das die Zeit, als im großen Stil das zu geschehen begann, was 20 Jahre später in der Kirche ein wahres Erdbeben verursachen sollte.

30 Jahre später - von Pater Ivan Dugandzic, OFM - 3. Teil
Quellennachweis: www.gebetsaktion.at
 
 
hochgeladen von:
tannenbaum38
am: 16.03.2011
um: 20:21:47
5005 mal angezeigt
Medjugorje und die Zeichen der Zeit - Teil 3
Um dieses Medium als Favoriten hinzufügen oder es an einen Freund senden zu können, müssen Sie sich einloggen!