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Gerhard Kardinal Müller sieht einen „generalstabsmäßig organisierten“ Kampf gegen den Glauben am Werk, der von „einzelnen Staaten und Nichtregierungsorganisationen“ organisiert werde.

Die Denkmuster von Totalitarismus und militanten Atheismus würden sich geschichtlich wiederholen. Die katholische Soziallehre sei der Kontrapunkt zu diesen Entwicklungen: „Gottorientierung und Weltverantwortung bedingen sich gegenseitig“, erklärte Müller.

In Ländern der westlichen Welt seien militanter Islamismus und weitere religiöse Fundamentalismen die größte Herausforderung. So wenig die Auswüchse radikaler Religionsanhänger in eins zu setzen seien mit der Botschaft ihrer Religion, so wenig hält Müller die Rede vom „religiösen Terrorismus“ in den Medien für statthaft.

„Religiös begründeter Terrorismus ist ein Widerspruch in sich selbst. Entweder ist jemand religiös, dann ist er kein Terrorist. Oder er ist Terrorist, dann ist er nicht religiös“, so Müller.

Unter dem Druck dieser beiden Entwicklungen neige die katholische Kirche zur „Selbstsäkularisierung“. Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation zeigte sich besorgt, dass auch Liturgie und Verkündigung der „gesellschaftlichen Nützlichkeit“ untergeordnet werden könnten.

Er betonte daher: „Die Kirche ist weder eins mit der Welt noch der Gegenentwurf zu ihr. Aber sie ist … Werkzeug des Heilswillens Gottes, der die Welt von Entwürdigung und Ausbeutung, von Sünde und Tod erlösen will.“

Was diese christliche Eigenart für Müller persönlich bedeutet, wurde beim abschließenden Gespräch mit Florian Ripka, dem Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, deutlich.

Er wende sich gegen ein staatlich oder medial verordnetes „betreutes Denken“, erklärte Müller. Das bedeute auch, die Religionsfreiheit als Ausdruck höchster menschlicher Freiheit zu verteidigen.

Es sei nicht Aufgabe der Bischöfe, Politik zu machen und die Existenz der Kirche mit sozialen Tätigkeiten zu rechtfertigen. „Unsere Rechtfertigung ist der Missionsauftrag Jesu.“ Das schließe Hilfe für notleidende Menschen ein, jede Bevormundung anderer Kulturen aber aus.

Zur Evangelisierung im eigenen Land fand er ein anschauliches Bild: „Wärme kann vom Ofen nur ausgehen, wenn er gut geheizt ist.“ Voraussetzung für eine Evangelisierung sei also ein intensives Glaubensleben aus den Sakramenten der Kirche.

Zu Pfarrei-Zusammenlegungen und Kirchenschließung hat der Kardinal jedoch eine dezidierte Meinung und eine klare Handlungsempfehlung: „Wenn ich Papst wäre, würde ich eine Anordnung herausgeben, dass keine einzige Kirche mehr verkauft werden darf.“
 
weiterführender Link: www.youtube.com/watch?v=u2Qov8vLrpE
 
hochgeladen von:
Speckpater
am: 11.02.2019
um: 11:33:02
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Gerhard Kardinal Müller: Vortrag beim Begegnungstag im Gedenken an Pater Werenfried van Straaten (Köln, 26. Januar 2019 )
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